Private Krankenversicherung 2011: Alle Änderungen auf einen Blick

Zwei wesentliche Änderungen kommen 2011 auf die Privatversicherten zu:

1. Die privaten Krankenversicherungen erhöhen auch im Jahre 2011 Ihre Beiträge.
2. Die Beitragspflichtgrenze wird im Jahre 2011 gesenkt.

Private Krankenversicherungen kündigen für 2011 Beitragserhöhungen an

Im Schnitt werden die Beiträge um 7 % erhöht. Das ergab eine Befragung von 15 privaten Krankenversicherungen durch „Spiegel Online“. Einige private Krankenversicherungen gaben ihre Beitragsanpassung für 2011 bereits bekannt.

Die Gründe für eine erneute Beitragserhöhung sehen die privaten Krankenkassen in den steigenden Behandlungskosten und in dem rasanten demographischen Wandel in den letzten Jahren. Unsere Gesellschaft altert: Durch einen gestiegenen Lebenskomfort und deutlich verbesserte medizinische Betreuungsleistungen steigt auch die Lebenserwartung der Bundesbürger. Im Gegenzug geht die Geburtenrate in unserem Land zurück.

Beitragserhöhungen nicht einfach hinnehmen

Plant eine private Krankenkasse die Erhöhung ihrer Beiträge, so ist sie verpflichtet, ihre Mitglieder darüber rechtzeitig zu informieren. In solch einem Fall hat der Privatversicherte das Recht auf eine außerordentliche Kündigung, um innerhalb seiner Krankenkasse einen günstigeren Tarif wählen zu können oder in eine andere private Krankenversicherung zu wechseln.

Damit eine außerordentliche Kündigung auch greift, muss der Privatversicherte sein Kündigungsschreiben innerhalb der festgesetzten Frist von 30 Tagen bei seiner Krankenkasse einreichen. Diese Frist beginnt ab dem Tag der Zustellung der Beitragsinformation. Eine reguläre Kündigung eines Versicherungsvertrags ist bei den meisten PKV drei Monate vor Ablauf des Vertragsjahres möglich.

Nicht jeder Privatpatient bringt den Beitragserhöhungen seiner PKV Verständnis entgegen, denn bereits im Jahre 2010 erreichten die Beitragserhöhungen der privaten Krankenversicherungen Spitzenwerte von 30 %.

Im Gegensatz zu den Kassenpatienten können die Privatversicherten mit umfassenderen medizinischen Versorgungsleistungen rechnen. Und dennoch müssen die alljährlichen Beitragserhöhungen von den Mitgliedern der privaten Krankenversicherungen erst einmal verkraftet werden. Stillschweigend hinnehmen müssen die Privatpatienten die angekündigten Beitragserhöhungen indes nicht. Vor einem unüberlegten Wechsel zu einer günstigeren privaten Krankenversicherung ist jedoch abzuraten; günstigere Beiträge einer anderen privaten Krankenversicherung rechtfertigen einen Wechsel keineswegs. Die Leistungen der privaten Krankenkassen differieren enorm. Die unterschiedlichen Leistungsmerkmale sind für einen Laien kaum zu überschauen. Sinnvoll ist in jedem Fall, einen unabhängigen Versicherungsberater aufzusuchen, der den jeweiligen Versicherungsbedarf analysiert und die privaten Krankenversicherungen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis vorschlägt. Diese Beratungsleistungen sind in den meisten Fällen kostenfrei.

Versicherungspflichtgrenze 2011 sinkt

Im Vergleich zur Jahresbeitragsentgeltgrenze 2010 ist im Jahre 2011 mit einer geringfügig niedrigeren Versicherungspflichtgrenze zu rechnen. Im Jahre 2010 mussten pflichtversicherte Arbeitnehmer ein Brutto-Jahreseinkommen von 49.950 EUR erreichen, um von ihrer gesetzlichen Krankenkasse in eine private Krankenversicherung zu wechseln. Ab 2011 genügt für einen Wechsel in die private Krankenversicherung ein Brutto-Jahreseinkommen von 49.500 EUR. Für die Besserverdienenden entfällt außerdem die Wartezeit von drei Jahren.
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